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St.Ulrich zum Heiligen Kreuz Bubenheim

Die Kirche St. Ulrich zum Heiligen Kreuz (kurz: Heilig-Kreuz-Kirche) liegt innerhalb einer Friedhofsummauerung an erhöhter Stelle im Ort. 1749 wurde die Kirche unter Verwendung älterer Bauteile und unter Einbezug des Turms aus dem späten 17. Jahrhundert neu errichtet. Eine Inschriftentafel berichtet von einer "Verschönerung" des Innenraumes 1863. Seine jüngste Renovierung 1986 brachte die Wiederherstellung des barocken Raumcharakters mit seiner weitgehend ursprünglich erhaltenen Ausstattung. Zwischen dem dreichasigen Langhaus und dem Turm sitzt der etwas eingezogene, annähernd halbkreisförmig angelegte Altarraum. Im Westen ist eine eingezogene Raumerweiterung mit der Emporentreppe angefügt. Lisenen gliedern Kirchenschiff und Turm, an der Südseite des Langhauses gibt es hohe, rundbogige Fenster, an der Nordseite über Emporenhöhe ansetzende, querovale Fenster. Das Hauptportal an der Südseite sitzt in einer flachen Wandvorlage.

 

 

 

Der Innenraum ist als Saal mit Flachdecke und halbrundem Abschluß im Altarbereich gestaltet. Es gibt einen Kanzelaltar, und an drei Seiten des Schiffes verlaufen Emporen. Am östlichen Rand der Nordempore wurde ein kastenförmiger Herrschaftsstand angesetzt, der Aufgang, der früher von außen direkt in die Loge führte, bei einer früheren Renovierung entfernt. Zur einheitlichen barocken Erscheinung des Altarbereiches tragen Taufstein, seitliches Gestühl und zwei Einzelsitze bei.

 Der Kanzelaltar besteht aus einem einfachen Blockaltar, der seitlich von zwei rechteckigen Türöffnungen flankiert wird, und einer Kanzel, die auf einer Predella mit Weinrankendekor lagert. Ihren Polygonalen Korpus ziert an den Kanten vergoldetes Blattwerk, den Schalldeckel bekrönt ein Kreuz. Das Deckenbild zeigt die Himmelfahrt Christi und könnte in seiner Anlage bereits aus der Bauzeit stammen, wurde aber 1873 neu gestaltet.

Im Jahr 2009 hat Dieter Rieß ein Fotobuch über die Heilig-Kreuz-Kirche erstellt. Exemplare dieses Buches können bei Frau Enz erworben werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die historische Orgel von 1757/58

Angefertigt von Johann Martin Baumeister, Eichstätt.

Für den Vorgängerbau der Kirche war erst im Jahr 1707 eine Orgel angeschafft und wahrscheinlich auch in die neue KIrche übernommen worden. Sie genügte aber wohl schon nach 50 Jahren nicht mehr den Anforderungen.

Aus Akten und Rechnungen des ehemaligen Pfarrarchives Bubenheim sowie der Firma Steinmeyer, Öttingen, ergibt sich nach Recherchen von August Bittner:

Im Jahre 1757/58 stellte laut Kirchenrechnung der  Eichstätter Orgelmacher
Johann Martin Baumeister seine neue Orgel auf, wofür ihm 150 fl (= Gulden) ausbezahlt wurden. Der Accord (= Vertrag und technische Beschreibung) der Orgel hat sich nicht erhalten.
 
Der Schreiner Güllich von Wettelsheim bekam für zwei ausgeschnittene Engel auf der Orgel 24 x (= Kreuzer).
 
Dem Bildhauer von Eichstätt wurden für die Blendflügel an der Orgel 3 fl bezahlt.

Der Maler Johann Michael Schüttscham fasste das Gehäuse und vergoldete die Verzierungen um 15 fl.

Nach 9 Jahren wurde die Orgel das erste Mal vom Orgelmacher Johann Philipp Eychmüller aus Rothenburg um 5 fl repariert und gestimmt, ebenso 1774/75.

Bis 1869 wurde laut Aktenlage die Orgel in ihrem originalen Zustand belassen. Nach 111 Jahren war eine größere Reparatur fällig. Im September des genannten Jahres legte der Orgelbauer Georg Friedrich Steinmeyer aus Öttingen einen Kostenanschlag vor. Dabei beschrieb und kommentierte er die Baumeister-Orgel:

Das Manual umfasst mit CDEFGA-c³ 45 Töne der Register

1. Principal 4' (Fuß)  Prospekt Zinn
2. Gedeckt 8'  Eiche
3. Floete  4'  Holz
4. Quint  2 2/3'  Metall
5. Octav  2'  Metall
6. Mixtur 3fach 1'  Metall
7. Cimpal 2fach 1'  ist unbrauchbar, Ersatz durch
    Salicional 8'  C-H Holz / c-c³ Metall

Pedal  CDEFGA- ( c1 )
8. Subbaß  16' Holz gedeckt

Im Wesentlichen wurden folgende Arbeiten ausgeführt:

Das Prospektregister Prinzipal 4' wurde neu gefertigt und die Cimpal 2fach durch Salicional 8' ersetzt. Die zwei Bälge wurden wegen des erhöhten Windbedarfs um 1 Fuß (= 30 cm) verlängert.
Die Umbaukosten bezifferte Steinmeyer auf 408 fl. Dazu schlug er noch einen neuen Spieltisch und den damit verbundenen Umbau der Mechanik um 170 fl vor.
1870, im Juni, erklärte sich Steinmeyer bereit, die vorgenannten Arbeiten um 525 fl zu übernehmen. Im November wurde die Orgel abgebaut und nach Öttingen verbracht.
Im 20. Jahrhundert musste die Orgel weitere Veränderungen und Umbauten über sich ergehen lassen:
Es wurden die beiden Bälge entfernt und auf dem Dachboden ein Magazinbalg mit Schöpfer eingerichtet, der seinerseits 1967 der heutigen Windanlage im Orgelgehäuse wich, die von einem Elektromotor angetrieben wird.
Der Manualumfang von 45 Tönen - es fehlten die großen Töne Cis, Dis, Fis und Gis - wurde ergänzt, d.h. jedes Register bekam vier zusätzliche Pfeifen. Das Pedalregister Subbaß wurde 1967 samt Windlade und Windversorgung erneuert und der Spieltisch Steinmeyers entfernt. (Der verbliebene Ausschnitt im Balken der Emporenbrüstung erinnert noch daran.)
Dies bedeutete eine völlig neue Traktur (= Verbindung zwischen den Tasten und den Ventilen in der Windlade).
Die heutigen Prinzipalpfeifen aus Zinn stammen ebenso aus der Zeit des Umbaues von 1967.

 

Trotz der verschiedenen Veränderungen zeigt sich die Orgel weitgehend in der Klanggestalt der Erbauungszeit und stellt eine Rarität dar, die sorgfältig bewahrt bleiben muss.